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Außenpolitik

21.12.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Grundzüge der Außenpolitik

Die politischen Grundlinien des Landes einschließlich der außenpolitischen werden gemäß der tschadischen Verfassung vom Staatspräsidenten vorgegeben. Außenminister ist seit 2017 Chérif Mahamat Zène.

Tschad befindet sich in einem prekären Sicherheitsumfeld. Die tschadische Außenpolitik zielt darauf ab, durch partnerschaftliche Zusammenarbeit Frieden und Sicherheit zu stärken und so die Voraussetzung für nachhaltige sozioökonomische Entwicklung zu schaffen. Tschad spricht sich für einen ständigen Sitz von Afrika im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aus.

Die Beziehungen zu den Nachbarstaaten (Libyen, Sudan, Zentralafrikanische Republik, Kamerun, Nigeria und Niger) sind heute weitgehend unbelastet. Allerdings erzeugen Fragilität und Machtvakuen in der Zentralafrikanischen Republik, Libyen, Sudan/Darfur sowie in der Tschadseeregion Flüchtlingsdruck und Instabilität in den Grenzgebieten.  Seit 2015 steht die militärische Bekämpfung der Terrorgruppe Boko Haram im Vordergrund. Dabei arbeitet Tschad im Rahmen der Multinational Joint Task Force mit Benin, Kamerun, Niger und Nigeria zusammen. Tschad stellt rund 1400 Soldaten und Polizisten für die Peacekeeping-Mission der Vereinten Nationen „Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali“ (MINUSMA).

Traditionsgemäß besteht zu Frankreich als früherer Kolonialmacht ein besonderes Verhältnis. Tschad sichert gemeinsam mit der französischen „Barkhane-Mission“ die Nordgrenze zu Libyen. Die EU ist der wichtigste Partner bei der Entwicklungszusammenarbeit; für die USA stehen Sicherheitsinteressen zunehmend im Vordergrund. Die Beziehungen zu den USA und seit 2006 auch zur Volksrepublik China besitzen insbesondere wegen deren Rolle bei der Erdölförderung erhebliche Bedeutung.

Tschad verfügt über ein relativ kleines Netz von Auslandsvertretungen. In N’Djamena sind relativ wenige Staaten und internationale Organisationen vertreten: Die Nachbarstaaten, eine begrenzte Zahl anderer afrikanischer Staaten und die Afrikanische Union haben eine Auslandsvertretung vor Ort.

Neben der Europäischen Union haben nur Frankreich und Deutschland Botschaften vor Ort; die USA, Russland, einige arabische Staaten sowie seit 2006 die Volksrepublik China und seit 2013 die Türkei sind ebenfalls in N'Djamena vertreten.

Afrikanische Union und Regionalorganisationen

In der Afrikanischen Union (AU) spielt Tschad eine aktive und konstruktive Rolle. Der frühere tschadische Außenminister Moussa Faki Mahamat ist seit 30. Januar 2017 Generalsekretär der Kommission der AU. In der Kommission der Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Zentralafrikas (CEMAC) vertritt Fatima Haram Acyl seit 2018 Tschad als Vizepräsidentin. Tschad ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft zentralafrikanischer Staaten (frz. CEEAC, engl. ECCAS), der Gemeinschaft sahelo-saharischer Staaten (CEN-SAD) sowie der zentralafrikanischen Forstkommission COMIFAC. Tschad ist Mitglied der G5-Sahel, einem Zusammenschluss von 5 Staaten der Sahelzone, und beteiligt sich an den G5-Sahel-Streitkräften.

Vereinte Nationen

Wegen der Herausforderungen in Tschad selbst, aber auch infolge der Krisen in Darfur und der Zentralafrikanischen Republik sind in Tschad mehrere Organisationen der Vereinten Nationen tätig. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR versorgt in Tschad derzeit rund 410.000 Flüchtlinge aus Sudan sowie der Zentralafrikanischen Republik. Hinzu kommen Rückkehrer tschadischer Staatsangehörigkeit aus Libyen und der Zentralafrikanischen Republik sowie durch Boko Haram Binnenvertriebene in der Tschadsee-Region.

Andere Organisationen der Vereinten Nationen und viele Nicht-Regierungsorganisationen leisten Unterstützung im humanitären Bereich und bei Entwicklungsaufgaben.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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